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RadInitiative Paderborn

Weg mit dem Tempolimit bei Maßnahmen - Vollgas bei der Verkehrswende!

Es ist begrüßenswert, dass es nun ein Positionspapier der IHK OWL zur Mobilitätsvielfalt gibt. Sie drückt darin ihre Betroffenheit aus. Schuldig bleibt sie leider an vielen Stellen konkrete Vorschläge und Zusagen, die eine zeitnahe Umsetzung und Unterstützung von geeigneten Maßnahmen für eine Verkehrswende, von der alle Seiten profitieren, ermöglichen könnten. Stattdessen findet man eher Bedenken gegen jedwede Form von Veränderung in naher Zukunft. Individualität und maximale Flexibilität unter Vernachlässigung der Folgen für Klimawandel und Gesundheit stehen im Vordergrund.

Man könnte auch sagen: Alles soll bitte so weitergehen wie bisher.

Hierbei ist es wichtig zu verstehen, dass es auch der Radinitiative nicht um Restriktionen geht, aber sehr wohl um eine gerechtere und sicherere Aufteilung des Straßenraums. Die Vorstellung der IHK, die hierfür notwendigen Planungen müssten auf aktuellen Zahlen basieren, sind dabei wenig zielführend und perspektivlos. Planungen auf momentane Verkehrszahlen zu stützen, führt dazu, dass man beispielsweise konstatiert, neue oder bessere Radwege würden nicht benötigt. Jedoch gerade wo zurzeit noch wenig Radfahrende auf den Straßen sind, besteht oftmals der Handlungsbedarf, wenn der Anteil des Radverkehrs ernsthaft gesteigert werden soll. Was laut IHK ja auch von deren Seite gewollt ist.

Auch vor diesem Hintergrund ist eine Blockadehaltung bzgl. Maßnahmen wie Tempo30 überhaupt nicht nachvollziehbar. Weniger Schilder bedeuten eindeutigere Verkehrsführung. Weniger Brems- und Beschleunigungsvorgänge bringen weniger Lärm, weniger Schadstoffe, weniger Ressourcenverbrauch und eine Verstetigung des Verkehrs mit sich, die das Stresslevel sinken und die Sicherheit für ALLE steigen lassen und mit einer zunehmenden Aufenthaltsqualität einhergehen. Es folgt eine Belebung der Innenstädte zum Vorteil für die Wirtschaft. Zudem wächst der Anreiz, alternative Verkehrsmittel wie das Fahrrad zu nutzen und die Erreichbarkeit für den Lieferverkehr bleibt auch hier völlig unangetastet.

Alternativmaßnahmen mit oben genannten Zielen bleibt die IHK auch an dieser Stelle schuldig. Den motorisierten Individualverkehr auf „alternative, umweltfreundliche Systeme“ zu verlagern, sei erstrebenswert und fördere die Wirtschaft, ist wenig konkret.

Aus unserer Sicht ist dies in keinem Fall als - jedoch unbedingt erforderliche - Kurzfristlösung zu verstehen.

Conclusio:

Die gesamte Bevölkerung hat Vorteile von einer Verkehrswende, die im Übrigen nicht mehr zu stoppen gleichwohl zu steuern ist.

Städte im In- und Ausland und übrigens oftmals auch die IHKen sind Ostwestfalen und Paderborn um viele Jahre voraus. Warum sollen bewährte Konzepte ausgerechnet in OWL nicht funktionieren, die anderswo den gewünschten Erfolg gebracht haben? Diese und viele andere konkrete Anregungen bspw. zu den Themen Parkraum, Erschließen der letzten Meile oder betriebliches Mobilitätsmanagement, die die Lücken im Thesenpapier der regionalen IHK schließen und Zweifel ausräumen können, finden sich auf der Webseite https://radalarm.de/imok202205.

Unser Angebot:

IHK und RadINI führen ein Gespräch mit dem Ziel nach Möglichkeiten zu suchen bezogen auf eine Verkehrswende in Paderborn auch im Sinne der Wirtschaft aber vor allem im Sinne der Stadt und ihrer Bürger und Bürgerinnen eine positive Veränderung zu unterstützen.